Der heutige 27.11.2009 erwies sich als ein bedeutend negativer Tag in der österreichischen
Sportszene. Das Bestreben des ASKIMO (Österreichischer Fachverband für Wettkampf Skibergsteigen)
für eine offizielle staatliche Anerkennung ist im Zuge der Bundessport Fachratstagung aus
sportpolitischen Gründen abgelehnt worden. „Ein schwarzer Tag für uns.“ So der sichtlich
enttäuschte Verbandspräsident Karl Posch (Foto).
Fast schien es zuletzt, dass sich der der jahrelange mühsame Weg
gelohnt hätte und das Ziel einer öffentlichen Anerkennung und Würdigung in greifbarer Nähe wäre.
Seit 2001 besteht nun das Interesse, die Sportart Wettkampf-Skibergsteigen in Österreich auf einen
internationalen Stand zu bringen, denn hier hinkt die „Ski-Nation Nummer Eins“ des alpinen Raumes
im Vergleich zu den anderen europäischen Ländern noch hinterher. Weltweit gibt es im seit rund 110
Jahren existierenden Wettkampfsport Skibergsteigen bereits etablierte Weltcup Rennen,
Europameisterschaften und Weltmeisterschaften, ambitioniert wird vom Internationalen Verband auch
die Wiederaufnahme in das olympische Programm angestrebt.
In den letzten Jahren entwickelte sich das Skibergsteigen auch in Österreich rasant. Rund
700.000 begeistere Tourengeher tummeln sich regelmäßig in unserer Bergwelt. Die Wirtschaft
verzeichnet im Tourenskisektor 20% Zuwächse pro Jahr, das Skibergsteigen ist somit die einzige
Wintersportart, die in der derzeit schwierigen Wirtschaftslage wächst. Wie in jeder Sportart
existiert auch im Skibergsteigen eine Wettkampf Szene, in der die Elite der Wettkämpfer ihre
Leistungsfähigkeit zeigt und sich untereinander vergleicht. Mit der Gründung des ASKIMO 2006 und
der Aufstellung eines Nationalteams 2007 gab es in Österreich beginnende Schritte in Richtung
Anschluss an die internationale Spitze. Bereits in der ersten Saison ließ das kleine Spitzenteam,
welches zur Weltmeisterschaft in die Schweiz entsandt wurde, mit neun Top Ten Plätzen aufhorchen.
Etliche weitere gute Platzierungen folgen in der nächsten Zeit, darunter auch Stockerlplätze bei
den Weltcup Rennen, so zum Beispiel der Sieg der Salzburgerin Michaela Essl in ihrer Klasse beim
Dachstein Xtreme 2009, das als erstes heimisches Rennen Eingang in den Weltcup fand.
Obwohl aufgrund der strukturellen und finanziellen Situation nur eine
Entwicklung auf niedriger Basis möglich ist, hat sich der Verband und das Nationalteam in der
Vergangenheit rasant in Richtung internationale Elite entwickelt. Das internationale Wachstum der
Sportart Wettkampf-Skibergsteigen ist jedoch noch wesentlich größer als das nationale. Die heutige
Ablehnung der staatlichen Anerkennung ist vor allem ein schwerer Schlag für die Zukunft der
Österreicher im internationalen Zirkus. Ohne Gleichstellung mit anderen Sportarten ist es praktisch
unmöglich, Nachwuchsarbeit zu leisten, ein Trainerwesen zu betreiben und die nötigen Strukturen
aufrecht zu erhalten. Den Anschluss an die internationale Spitze zu wahren wird damit sehr
schwierig. Es geht in eine ungewisse Zukunft für das Wettkampf-Skibergsteigen.
Für die kommende Saison werden die Sportler und die Funktionäre aber wieder ihre knappen
Ressourcen mobilisieren. Sie wollen beweisen, dass es die falsche Entscheidung war, diese Sportart
nicht anzuerkennen und trotzdem mit Stolz und ein bisschen Wehmut nach ihren internationalen
Erfolgen die rot-weiß-rote Fahne tragen.
Infos:
www.sportconsult.cc
www.askimo.at
www.astc.at
Fotos: Karl Posch, Alfred Ruff
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